Prof. Dr. phil. Dr. med. Theodor Paul  ‎(I718)‎
Nachname: Paul
Vornamen: Theodor
Präfix: Prof. Dr. phil. Dr. med.

Geschlecht: männlichmännlich
      

Geburt: 13. Februar 1862 47 38 Lorenzkirch
Tod: 30. September 1928 ‎(Alter 66)‎ München
Persönliche Fakten und Details
Geburt 13. Februar 1862 47 38 Lorenzkirch

Taufe 28. Februar 1862 ‎(Alter 15 Tage)‎ Lohmen

Heirat Elisabeth Bertha Ruppel - 16. Mai 1907 ‎(Alter 45)‎ Radeburg

Beruf Prof. für Angewandte Chemie TH Dresden und Prof für Lebensmittelchemie Uni München
Tod 30. September 1928 ‎(Alter 66)‎ München

Todesursache: Krebs
Beerdigung 4. Oktober 1928 ‎(4 Tage nach Tod)‎ Lorenzkirch


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Einzelheiten verbergen Quelle: Grab
Paul, TheodorPaul, Theodor




Universelle ID-Nummer 8B5F080F4416EF43BB37F51F498EDCE72D66
Letzte Änderung 12. November 2014 - 18:33:50
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Familie der Eltern  (F14)
Simeon Fürchtegott Paul
1814 - 1890
Auguste Sophie Pauline Heyme
1823 - 1894
Christian Arndt Friedrich Paul
1848 - 1918
Georg Gotthold Paul
1849 - 1890
Ernst Friedrich Paul
1851 - 1929
Hermann Paul
1853 - 1854
Maria Christophora Paul
1855 - 1927
Prof. D. theol. Carl Paul
1857 - 1927
Heinrich Paul
1858 - 1858
Fürchtegott Paul
1859 - 1927
Prof. Dr. phil. Dr. med. Theodor Paul
1862 - 1928
Martin Paul
1864 - 1932
Heinrich Paul
1868 - 1868
Sophie Paul
1869 - 1886

Eigene Familie  (F519)
Elisabeth Bertha Ruppel
1884 - 1959
Walter Paul
1908 - 1978
Erika Paul
1909 - 1979
Elisabeth Paul
1911 - 1937
Prof. Dr. Wolfgang Paul
1913 - 1993
Eva Paul
1918 - 1998
Werner Paul
1921 - 1945


Bemerkungen

Bemerkung
Vers im Hauseingang des Klosterhofes in Lorenzkirch

Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit
Klingt ein Lied immerdar.

Bruder Carl schreibt in sein Tagebuch Weihnachten 1881: "Theodor hat sich in seinem Wesen sehr verändert seit ich ihn nicht gesehen; er ist arbeitsamer und stiller geworden. Sein geistiges Leben ist lebendig, dabei aber nicht frei von spekulativen Ideen, die ihn vielleicht einmal auf verkehrte Bahnen bringen."

Gottfried Müller in einem Vortrag am 30.04.1998 über Theodor Paul: "Theodor Paul ‎(geb. am 13.02.1862 zu Lorenzkirch)‎ ging in Dresden zur Schule, und zwar besuchte er hier ein Realgymnasium - genannt Annenschule - bis zur Unterprima. Im Anschluß daran erlernte er an verschiedenen Orten den Beruf eines Apothekers, studierte ‎(nachdem er zwischenzeitlich als sog. Einjährig - Freiwilliger den Militärdienst absolviert hatte)‎ in Leipzig Pharmazie und bestand 1899 'die pharmazeutische Staatsprüfung mit dem Prädikat sehr gut.' Danach verblieb er an der Leipziger Universität, um Chemie zu studieren, vervollständigte gleichzeitig seine Schulausbildung und erwarb zunächst das Reifezeugnis an einem Realgymnasium, später aber ein solches an einem humanistischen Gymnasium; zwischendrein avancierte er zum zum Doktor der Philosophie, studierte nebenbei Medizin, habilitierte sich als Privatdozent für Chemie und legte das medizinische Staatsexamen ab. Von1891 bis 1897 war er Assistent bei dem berühmten Professor Wilhelm Ostwald ‎(Nobelpreisträger, als Philosoph Wegbereiter des sog. Monismus)‎, mit dem er auch später, nachdem er selbst die akademische Würde eines Professors erhalten hatte, freundschaftlich verbunden blieb. ‎(In weltanschaulicher und politischer Hinsicht beschritten sie wohl unterschiedliche Pfade)‎ Dies geht aus der zwischen diesen beiden geführten Korrespondenz hervor, die bruchstückhaft erhalten blieb. Aus ihr ist zu erkennen, daß Theodor Paul die Zeit der sommerlichen Semesterferien regelmäßig in seinem Lorenzkircher Landsitz, dem Klosterhof, verbrachte. So schrieb er am 10. 8. 1921 von Lorenzkirch aus an Ostwald, der sich in Großbothen bei Grimma häuslich niedergelassen hatte und hier in seinem Areal ein eigenes Forschungszentrum gestaltete: 'Hochverehrter Herr Kollege! Hierdurch erlaube ich mir die Anfrage, ob ich Sie in den ersten Tagen der nächsten Woche zu Hause antreffe. Ich habe bei Herrn Musikdirektor Franziscus Nagler in Leisnig zu tun und möchte Sie bei dieser Gelegenheit besuchen ... Vielleicht darf ich Ihnen gleichzeitig meinen älteren Sohn Walter, der Chemiker werden will, vorstellen, und ihm die Werkstatt eines unserer ersten Meister zeigen. Ich halte mich jetzt während der Ferien in meinem Landhaus in Lorenzkirch bei Strehla / Elbe auf...' Im Brief vom 19. 8. 1920 hatte er an Ostwald u. a. von einem jüngeren Chemiker namens Ludwig Wolf geschrieben: 'Er ist künstlerisch veranlagt und hat mir in den Jahren 1912 -1913 bei der künstlerischen Ausschmückung meines Landhauses zur Seite gestanden.' Im Brief vom 31. 8. 1916 ‎(verfaßt in Lorenzkirch)‎ berichtete er im Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre seinem Doktorvater Ostwald: 'Ich habe mich zu Beginn dieses schrecklichen Krieges als ehemaliger Offizier des Beurlaubtenstandes freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet und einige Zeit Dienste in dem Münchner Landsturm - Bataillon getan. Später war ich fast ein Jahr lang Kurieroffizier des bayerischen Kriegsministeriums und des dortigen 3. Generalkommandos nach dem Westen tätig. Seitdem dieser Dienst aufgehoben ist, bin ich bis auf weiteres beurlaubt.' Nun aber kann er sich wieder den Wissenschaften bzw. den allgemeinen Ernährungsproblemen jener schlimmen Zeit widmen. So schrieb Ostwald am 17. 9. 1917 an Paul ‎(der sich wiederum in Lorenzkirch aufhiel)‎: „Lieber Herr Kollege! Ich habe mich über Ihre Unternehmung ‎(Theodor Paul projektierte damals die Einrichtung der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie in München. Später wurde er deren Direktor.)‎ außerordentlich gefreut, als ich von ihr in der Tagespresse las und kann Ihnen nur von Herzen Glück wünschen zu der Energie, mit welcher Sie den glücklichen Gedanken bisher der Wirklichkeit zugeführt haben. Auch ich hätte mich gerne mit Ihnen über die Fragen unterhalten, ... zumal die ganze Forschung und Regulierung der Ernährungsfrage in nahem Zusammenhang mit meinen weitreichenden Idealen steht, wonach jeder Bürger des deutschen Reiches Anspruch auf ein Ernährungsminimum zu erheben das Recht haben soll.' Zum Schluß noch etwas Anekdotisches: Theodor Paul, der von an in Tübingen eine Professur innehatte, wurde im Jahre 1902 an das Reichsgesundheitsamt nach Berlin berufen. In einem an Ostwald gerichteten Brief vom 18.01.1904 berichtet er: 'Meine bisherigen physikalisch -chemischen Bestrebungen im Reichsgesundheitsamt haben inzwischen einen von mir allerdings weniger beabsichtigten Erfolg insofern gehabt, als ich gestern zum Ordens - und Krönungsfest und zur Tafel bei Ihren Majestäten befohlen war. Wegen Mangel eines Hofkleides konnte ich nicht hingehen...' Theodor Paul schlug in jungen Jahren steile Wege ein und gelangte zu hohen Zielen. Bei seiner wissenschaftlichen Arbeit wie bei seiner organisatorischen Tätigkeit war er den alltäglichen, den von den Menschen dringend benötigten Dingen zugewandt und fand dabei viel Anerkennung. Er starb am 30. 9. 1928 und wurde in Lorenzkirch begraben."

Gottfried Müller bezog sich in seinen Ausführungen auf die Dissertation von Frau Annette Rhein: Zur Bedeutung der Pharmazeuten Albert Hilger ‎(1839 -1905)‎ und Theodor Paul ‎(1862 -1928)‎, Diss. phil. Marburg 1988 .

Gottfried Müller erwähnte in einem Vortrag am 22.08.1998 an verschiedenen Stellen Theodor Paul: '1909 stiftete der Kaiserliche geheime Regierungsrat, ordentlicher Professor an der Universität München, Dr. phil. und med. Theodor Paul, Pfarrerssohn von Lorenzkirch und gegenwärtig Besitzer hiesigen Klosterhofs, einem Gefühl tiefeingewurzelter Heimatliebe ausdruckgebend, einen plastischen Schmuck in Gestalt eines zwei Meter hohen Taufengels aus Bronze, entworfen und ausgeführt von dem Münchner Künstler Johannes Seiler. Der granitene Sockel hierzu wurde durch einen Taucher vom Nixstein aus der Elbe gebrochen.' Der Taufengel erhielt nach dem Willen des Stifters die Gesichtszüge seiner Gemahlin, der Frau Elisabeth geb. Ruppel. Diese Vorgehensweise ist nicht als pure Willkür und Eigenmächtigkeit des Stifters zu erachten, sondern entsprach einem seit dem 14. Jahrhundert in der kirchlichen Kunst heimischen Brauch. Man bezeichnet derartige Darstellungen als versteckte oder verkleidete Porträts bzw. als Kryptoporträts oder Rollenporträts, besser aber als Simultanbildnisse ‎(vgl. G. Müller: Simon von Kyrene - Kreuzträger, Pilger, Bauer, Augenzeuge und Typos der Nachfolge, in: Herbergen der Christenheit Bd. 15 (1985/1986)‎ S. 62f.). ...
Mit viel Liebe und Hingabe wurde das Gotteshaus und der Friedhof weiter ausgestaltet und verschönt. Daran waren verschiedene ehemalige Lorenzkircher sehr aktiv beteiligt, allen voran Theodor Paul, der Professor für Nahrungsmittelchemie. Er fertigte dazu vielseitige Gutachten, holte Künstler und Handwerker herbei, stiftete persönlich erhebliche Mittel und regte andere dazu an, ähnliches zu tun. Er verfasste dazu eine an den Kirchenvorstand adressierte Denkschrift mit Datum vom 28.10.1919, in der er diesem viele sehr durchdachte, konkrete Vorschläge nahebrachte. Die allermeisten wurden in den folgenden Jahren realisiert, einige aber auch nicht, so z. B. die Erstellung einer "Ausstellungshalle für vorbildliche Grabdenkmäler an der Nordseite des Budenhauses" oder die Neugestaltung sämtlicher Kirchenbänke. Er hatte dabei im Sinn, - wie er schreibt - "die Einführung der Bildschnitzerei als Erwebszweig für die während der Winterzeit meist beschäftigungslosen Schifferbevölkerung des Dorfes" anzuregen; er meint: ."Da die erforderlichen Werkzeuge und Naturalien leicht mit auf die Reise genommen werden können, lassen sich Schnitzarbeiten auch in den Feierabendstunden während der Fahrt auf den Schiffen ausführen. Auf diese Weise könnte ein lohnender Nebenerwerb geschaffen werden ..." Immerhin setzte er es durch, dass Erhard Jähnig aus Gohlis ‎(geb. am 16.11.1906)‎, Sohn des dortigen Tischlermeisters, per 01.09.1921 die Möglichkeit erhielt, die Fachschule für Glasindustrie und Holzschnitzerei in Zwiesel ‎(im Bayerischen Wald)‎ zu besuchen und in der Holzbildnerei eine Ausbildung zu erhalten, die später in Oberammergau zum Abschluss gebracht werden könnte. Paul drängte darauf, dass das Lorenzkircher Gotteshaus ein neues Geläut erhalte, da die zwei größeren Glocken 1917 für die Rüstungsindustrie abgeliefert worden waren,31 und erdachte für den äußeren Schmuck der drei neuen Glocken ein sinnreiches Bildprogramm. Die Finanzierung des neuen Geläutes aber wurde vor allem durch die großzügige Spende von 5000 Mark gesichert, die ein einzelner Stifter aufbrachte, nämlich der aus Zschepa stammende Herr Hugo Köhler, der damals in Dresden wohnte. Dessen Brüder, die sich auch an anderen Orten niedergelassen hatten, beteiligten sich ebenfalls an der Neugestaltung der Kirche; sie finanzierten die Herstellung mehrer Glasbilder. Entsprechendes taten weitere wohlwollende Heimatfreunde, die ich hier nicht namenentlich aufzählen will. Herausheben aber will ich zwei Aktionen. Die eine bezog sich auf die Stiftung eines Glasbildes, auf welchem der hl. Laurentius dargestellt werden sollte. Für dieses Fensterbild war schon einige Male auf dem Lorenzmarkt gesammelt worden. Nun aber sollte vor allem durch den Verkauf farbiger Postkarten mit Lorenzkircher Motiven, gestaltet durch den Hanauer Kunstmaler Schmiegelow, die noch fehlende Summe aufgebracht werden. Und hatte damit binnen kurzem guten Erfolg! Es kamen so die erforderlichen 1431,10 Mark ein ‎(wie am 16. 08.1921 rückblickend festgestellt werden konnte)‎. Nach einem Entwurf von Johannes Seiler aus München wurde das gläserne Laurentiusbild tatsächlich hergestellt und im Fenster neben der Kanzel eingefügt. Leider wurde es bei der 1951 bis 1953 erfolgten großen Kirchenrenovation entfernt. ‎(Es handelte sich um 4.000 Ansichtskarten, auf denen Kirche und Friedhof dargestellt waren; sie waren für 548. 30 Mark hergestellt worden. Theodor Paul kannte diesen Künstler schon seit längerer Zeit. Er hatte ihn um 1912 mit der Ausgestaltung der Räumlichkeiten des Klosterhofes beauftragt. Von ihm stammte auch ein großes Ölgemälde, auf welchem die Elblandschaft von Gohlis bis hin nach Kreinitz dargestellt war. Es befand sich im Lorenzkircher Heimatmuseum... Theodor Paul gewann Otto Eduard Schmidt dazu, Lichbildervorträge zu halten und die dabei einkommenden Gelder dem Lorenzkircher Gotteshaus zuzuwenden, desgleichen auch den in Leisnig ansässigen Musikdirektor Franciscus Nagler, der sich auch als Schriftsteller einen Namen gemacht hatte, Kirchenkonzerte im hiesigen Gotteshaus - besonders zum Lorenzmarkt - zu Gehör zu bringen, ja "die Komposition eines kirchlichen Musikstückes" zu gestalten, "das den Verhältnissen in Lorenzkirch Rechnung tragen und nur für unsere Kirche bestimmt sein soll." Der finanzielle Reinertrag aber solle Lorenzkirch zugute kommen."

vgl. dazu:
­http­://­gaebler­.­info­/­ahnen­/­paul­/­lorenzkirch­.­htm­

Weitere Links:
­http­://­litten­.­de­/­fulltext­/­paul­.­htm­
­http­://­www­.­lrz­-­muenchen­.­de­/~­Sommerfeld­/­KurzFass­/­01206­.­htm­

Brief von Paul Georg Poetzsch (1882 - 1968)‎ zur Familiengeschichte der Nachkommem der Familie Heyme und Paul in Lorenzkirchn an seinen Neffen Christian Georg Poetzsch-Heffter ‎(1926 - 2013)‎ vom 22.02.1958: "Ein mit viel Paul'schem Temperament begabter Bruder war Onkel Theodor ‎(1862 - 1928)‎, er verstarb in München an einem Krebsleiden. Auch er liegt auf dem Friedhof in Lorenzkirch begraben. Theodor war ein eigenartiger Knabe, und Vater Paul wusste nicht recht, was mit ihm anzufangen. Aber schon als Junge zeigte er Talente mancherlei Art, die die Aufmerksamkeit seiner Umgebung erregten. Als einmal die im Laufe der Zeit schwärzlich gewordene Wetterfahne des Kirchturms neu vergoldet werden sollte, und der Riesaer Goldschmied von seiner zu hoch empfundenen Forderung nichts ablassen wollte, erbot sich Theodor die Vergoldung zum halben Preis zu machen, die er dann auch zum Erstaunen seines Vaters und des gesamten Kirchenvorstandes zur Zufriedenheit ausführte. Nach dem Besuche einer Schule in Dresden wurde er auf seinen Wunsch Apotheker. Nach Abschluss dieser Laufbahn strebte er jedoch nach einer wissenschaftlich höheren Betätigung, und er entschloss sich zum Studium der Chemie. Er holte die Abgangsprüfung eines Gymnasiums nach und studierte fleissig, ja man könnte sagen mit Wut und Ausdauer, in Leipzig. Die Hauswirtin musste ihm abends nicht nur die gefüllte Petroleumlampe bringen, sondern auch noch die Petroleumkanne dazu. Um diese Zeit trug sich eine den Charakter der Paul'schen Brüder recht bezeichnende Geschichte zu. Theodor und Carl konnten sich zu jener Zeit und wohl schon vorher nicht recht verstehen. Sie mieden einander und Carl, seiner Zeit Pfarrer in Lorenzkirch, kannte nicht einmal die Wohnung seines Bruders in Leipzig. Dieser sitzt eines Vormittags am Schreibtisch seiner zu ebener Erde liegenden Bude bei einer Arbeit, in deren Verlauf er sich ein oben im Regal stehendes Buch holen will. Er steigt auf einen Stuhl und sieht von dieser Höhe seinen gerade vorbeigehenden Bruder Carl. Welch ein Zufall, denkt er: Läuft ans Fenster und ruft seinen nicht weniger erstaunenden Bruder herein, den er mit den Worten empfängt:

"Carl, welch ein Zufall, ich steige auf den Stuhl und kann dadurch auf die Strasse sehen, wo Du gerade vorbeigehst".

Carl entgegnete:

"Was sagst Du da, ein Zufall, nein eine göttliche Vorsehung führte uns heute hier zusammen, wir sollen uns wieder verstehen lernen."

Da nun der eine auf dem Zufall bestand, der andere aber auf der Vorsehung, so ergriff nach kurzem Wortwechsel Carl seinen Hut und ging von dannen.

Etwa 1900 wurde Theodor a.o. Professor in Tübingen. Kam dann als Abteilungsdirektor, etwa 1903, an das Reichsgesundheitsamt in Berlin, wo er ein paar Jahre wirkte, um dann einem Ruf als Professor der Chemie nach München zu folgen, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.
Zu erwähnen wäre auch, dass er seine einjährige Militärzeit beim Schützenregiment in Dresden gleichzeitig mit seinem Bruder Martin durchmachte, und dass er schliesslich Reserveleutnant wurde. Die Uniform zog er 1914 wieder an. Und hat zu dieser Zeit wohl auch bei der Ausbildung von Rekruten mitgewirkt. Er war von normaler Körpergrösse, wurde aber mit den Jahren, da er auf sehr gutes Essen und Trinken hielt, recht korpulent.

Er besass eine mit grosser Energie begabte Natur, der es neben Gelehrsamkeit nicht an ungemein praktischer Veranlagung fehlte, um seine Pläne in rechter Weise zu verwirklichen. Alles das ein Paul'sches Erbteil. Auch er, wie sein Bruder Fürchtegott, schloss sich sehr an meine Mutter an, und so spielte er in unserem engeren Kreise eine gewisse Rolle, besonders im Hinblick darauf, dass er erst mit 45 Jahren heiratete, und ein ausgeprägter Familiensinn ihn bewog, meinen Geschwistern gegenüber nach dem Tode unseres Vaters eine Art guter Onkel zu sein. Mit Deinem Vater unternahm er Badereisen, wobei er durch die Geselligkeit jungen Volkes auch auf seine Rechnung kam. Jedenfalls blieb er bis zu seinem Tode mit uns in enger Freundschaft verbunden. Seine Liebe zur Heimat bewog ihn, in Lorenzkirch das Anwesen neben der Pfarre, wo sein Vater als Emeritus wohnte, zu erwerben und auszubauen als einen Treffpunkt des grossen Familienkreises der Pauls - Poetzsch - Ruppel - und Müller. Es ist dort manches frohe Familienfest gefeiert worden."

­http­://­www­.­gaebler­.­info­/­uploads­/­georg_poetzsch­.­pdf­
Beerdigung

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Quellen
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Multimedia Objekt
Paul, TheodorPaul, Theodor  ‎(M343)‎

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Familiendaten als Kind
Vater
Simeon Fürchtegott Paul ‎(I12)‎
Geburt 6. August 1814 28 26 Nassau
Tod 29. Mai 1890 ‎(Alter 75)‎ Lorenzkirch
9 Jahre
Mutter
 
Auguste Sophie Pauline Heyme ‎(I13)‎
Geburt 14. Juli 1823 39 32 Spansberg
Tod 10. März 1894 ‎(Alter 70)‎ Lorenzkirch

Heirat: 5. Oktober 1847 -- Lorenzkirch, Zeithain, Kreis Meißen, Sachsen, Deutschland
11 Monate
#1
Bruder
Christian Arndt Friedrich Paul ‎(I714)‎
Geburt 24. August 1848 34 25 Lorenzkirch
Tod 2. November 1918 ‎(Alter 70)‎ Bethel
16 Monate
#2
Bruder
Georg Gotthold Paul ‎(I720)‎
Geburt 24. Dezember 1849 35 26 Lorenzkirch
Tod 28. Februar 1890 ‎(Alter 40)‎ Dresden
2 Jahre
#3
Bruder
Ernst Friedrich Paul ‎(I715)‎
Geburt 7. November 1851 37 28 Lorenzkirch
Tod 17. November 1929 ‎(Alter 78)‎ Dresden
2 Jahre
#4
Bruder
Hermann Paul ‎(I3309)‎
Geburt 17. November 1853 39 30 Lorenzkirch
Tod 22. April 1854 ‎(Alter 5 Monate)‎ Lorenzkirch
16 Monate
#5
Schwester
Maria Christophora Paul ‎(I717)‎
Geburt 22. März 1855 40 31 Lorenzkirch
Tod 16. Mai 1927 ‎(Alter 72)‎ Schlachtensee
2 Jahre
#6
Bruder
Prof. D. theol. Carl Paul ‎(I133)‎
Geburt 4. Februar 1857 42 33 Lorenzkirch
Tod 10. Oktober 1927 ‎(Alter 70)‎ Schweta
2 Jahre
#7
Bruder
Heinrich Paul ‎(I3310)‎
Geburt 3. November 1858 44 35 Lorenzkirch
Tod 4. November 1858 ‎(Alter 1 Tag)‎
13 Monate
#8
Bruder
Fürchtegott Paul ‎(I716)‎
Geburt 5. Dezember 1859 45 36 Lorenzkirch
Tod 13. August 1927 ‎(Alter 67)‎ Lohmen
2 Jahre
#9
Prof. Dr. phil. Dr. med. Theodor Paul ‎(I718)‎
Geburt 13. Februar 1862 47 38 Lorenzkirch
Tod 30. September 1928 ‎(Alter 66)‎ München
2 Jahre
#10
Bruder
Martin Paul ‎(I719)‎
Geburt 2. April 1864 49 40 Lorenzkirch
Tod 30. April 1932 ‎(Alter 68)‎ Bremen
4 Jahre
#11
Bruder
Heinrich Paul ‎(I2062)‎
Geburt 1868 53 44 Lorenzkirch
Tod 1868 Lorenzkirch
18 Monate
#12
Schwester
Sophie Paul ‎(I721)‎
Geburt 19. Juni 1869 54 45 Lorenzkirch
Tod 26. Mai 1886 ‎(Alter 16)‎ Lorenzkirch
Familie mit Elisabeth Bertha Ruppel
Prof. Dr. phil. Dr. med. Theodor Paul ‎(I718)‎
Geburt 13. Februar 1862 47 38 Lorenzkirch
Tod 30. September 1928 ‎(Alter 66)‎ München
22 Jahre
Ehefrau
 
Elisabeth Bertha Ruppel ‎(I724)‎
Geburt 11. Januar 1884 35 Radeburg
Tod 20. Dezember 1959 ‎(Alter 75)‎ München

Heirat: 16. Mai 1907 -- Radeburg, Kreis Meißen, Sachsen, Deutschland
10 Monate
#1
Sohn
Walter Paul ‎(I725)‎
Geburt 22. März 1908 46 24 München
Tod 16. März 1978 ‎(Alter 69)‎ Buenos Aires
13 Monate
#2
Tochter
Erika Paul ‎(I726)‎
Geburt 18. April 1909 47 25 München
Tod 29. November 1979 ‎(Alter 70)‎ Würzburg
2 Jahre
#3
Tochter
Elisabeth Paul ‎(I727)‎
Geburt 21. Juni 1911 49 27 München
Tod 8. Februar 1937 ‎(Alter 25)‎ Lorenzkirch
2 Jahre
#4
Sohn
Prof. Dr. Wolfgang Paul ‎(I728)‎
Geburt 10. August 1913 51 29 Lorenzkirch
Tod 7. Dezember 1993 ‎(Alter 80)‎ Bonn
5 Jahre
#5
Tochter
Eva Paul ‎(I729)‎
Geburt 3. Juli 1918 56 34 Lorenzkirch
Tod 27. Oktober 1998 ‎(Alter 80)‎ München
3 Jahre
#6
Sohn
Werner Paul ‎(I730)‎
Geburt 11. Juli 1921 59 37 Lorenzkirch
Tod 12. Mai 1945 ‎(Alter 23)‎ Deutschbrod