Johanna Bleidorn  ‎(I5064)‎
Nachname: Bleidorn
Vornamen: Johanna
Ehename: Diehl

Geschlecht: weiblichweiblich
      

Geburt: 19. März 1881 Dorsten
Tod: 18. Dezember 1946 ‎(Alter 65)‎ Wuppertal
Persönliche Fakten und Details
Geburt 19. März 1881 Dorsten

Heirat Wilhelm Diehl - 9. Juli 1907 ‎(Alter 26)‎ Friedrich-Wilhelmshafen

Tod 18. Dezember 1946 ‎(Alter 65)‎ Wuppertal

Universelle ID-Nummer 348D1204C1F56441B81106AFE9CFBE73993D
Letzte Änderung 12. November 2014 - 18:34:01
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Familie der Eltern  (F2324)
Wilhelm Bleidorn
-
Johanna Bleidorn
1881 - 1946

Eigene Familie  (F2322)
Wilhelm Diehl
1874 - 1940
Johanna-Ida Diehl
1908 - 2000
Wilhelm Diehl
1916 - 2003
Paul-Gerhard Diehl
1923 -


Bemerkungen

Bemerkung
Am Schicksal der ersten Frau ihres Mannes kann man sehen mit welchen Gefahren und Schwierigkeiten die Missionare in dieser Zeit zu kämpfen hatten und welch ein Glaube und Gottvertrauen dazu gehörte, diese schwierigen Aufgaben zu übernehmen. Luise Diehl geb. Neuhaus starb 10 Monate nach ihrer Ankunft in Bogadjin, der Station ihres Mannes am 21.09.1905 an Schwarzwasserfieber. Neu-Guinea war für die Rheinische Mission eine regelrechte Todesfalle. In den ersten 20 Jahren der Mission in Neu-Guinea verloren mehr als die Hälfte der Missionare, ihrer Frauen und Kinder das Leben.

Johanna Diehl stammte aus einfachen und wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen. Ihre Erziehung war durch strenge christliche Grundsätze geprägt. Der Vater, Wilhelm Bleidorn war Dorfschullehrer in Eiserfeld im Siegerland. In ihrem 19. Lebensjahr nahm sie verschiedene Stellungen als Hausgehilfin und Erzieherin an, um die Eltern finanziell zu unterstützen, zwei weitere Töchter mussten miternährt werden. Sie hatte stets großes Interesse an der Mission und die vage Absicht, für diese irgendwie tätig zu sein. Sie wurde am 19.03.1881 in Dorsten geboren, an Weihnachten 1906 sah sie sich mit dem väterlichen Wunsch konfrontiert, sich mit dem Rheinischen Missionar Wilhelm Diehl zu verbinden. Dieser Mann kannte Johanna Bleidorn überhaupt nicht. Doch zu dieser Zeit war es gar nicht ungewöhnlich, Ehen zwischen unbekannten Partnern zu vermitteln.

Der Vorgänger von Missionar Wilhelm Diehl in Bogadjin war Missionar Albert Hoffmann, der aus Gesundheitsgründen von Neu-Guinea nach Deutschland zurückgekehrt war, er wusste, dass Wilhelm Diehl eine neue Lebensgefährtin suchte und er kannte als Siegerländer die Familie Bleidorn mit ihren unverheirateten Töchtern. So fragte er Ende des Jahres den Vater, ob er es für möglich halten würde, ob eine seiner Töchter den Missionar Wilhelm Diehl in Neu-Guinea heiraten würde. Nach kurzer Bedenkzeit und Austausch von Fotos willigte Johanna in die Verlobung ein, sie war 25 Jahre alt. Wilhelm stimmte per Telegramm kurz und bündig zu „jawohl - gruss Wilhelm.“ Johanna besuchte in aller Eile einen Vorbereitungskurs im Missionshaus der RMG in Barmen. Hier wurde sie auf ihre Rolle als Missionarsfrau vorbereitet und schon am 18.05.1907 begann sie ihre Ausreise über Genua mit dem Dampfer Preussen durch den Suezkanal über Ceylon und Singapur nach Hongkong. Dort musste sie auf den Dampfer Sigismund umsteigen und nach 6 ½ Wochen kam sie am 3. Juli in Neu-Guinea an.

Am 12. Juli 1907 heiratete sie Wilhelm Diehl, den sie jetzt gerade 9 Tage kannte, davon war Wilhelm Diehl noch 5 Tage abwesend, weil er dringende Arbeiten erledigten musste. Die Missionare mussten in ihren Stationen auch die Post für die Kaiserliche Post erledigen.

Der erste Eindruck von Johanna Diehl von Neu-Guinea und seinen Bewohnern war: „Es sieht so hässlich aus, dass die Frauen nackt gehen. Die Frauen müssen tüchtig arbeiten, die Männer ruhen lieber!“ Sie hatte am Anfang Angst vor den Eingeborenen, ihr wurde viel von Aufständen erzählt, 1904 waren 4 kath. Missionare und 5 Ordensschwestern auf der Insel Neupommern, heute New Britain, im Bismarck-Archipel ermordet worden. Am 12.05.1908 wurde Hanni Diehl, die Mutter von Johanna, Martha, Elisabeth und Magdalena, geboren; sie wurde am 03.06.1905 auf den Namen Johanna Ida getauft, sie war das einzige weiße Kind in Friedrich-Wilhelmshafen und Stephansort und deshalb eine Sensation für die Papuas.

Die Einstellung der Weißen, und auch oft der Missionare und ihrer Frauen gegenüber den Eingeborenen war die von Kolonialherren; wenn die Papuas nicht wollten wie die weißen Herren, gab es Strafexpeditionen, d. h. Häuser wurden verbrannt, Schweine erschossen und junge Männer zwangsrekrutiert zum Straßenbau.

Es gab eine Menge von Problemen für die Europäer - die Einnahme von Chinin, es wurde einem schlecht darauf -Sprachschwierigkeiten mit Hausangestellten - Fleisch einwecken wegen der Hitze - Ameisen, Schlangen, Dauerregen, schwüle Hitze, Fieber. Johanna hatte Nierenprobleme, sie musste oft Gäste bewirten - Besuche anderer Familien auf den anderen Stationen waren nur per Schiff möglich - Haushaltsgeräte reparieren. Besonderheiten waren Pakete aus Deutschland, z. B. Wurst aus Ehringshausen. Mit den Eingebo-enen sprach man Tok Pisin, das ist Pidgin, ein Mischmasch aus Papua, Englisch, Malaiisch, Holländisch, Deutsch und Chinesisch. Hanni Diehl hat als Kind mehr Bogadjim und Tok Pisin als Deutsch gesprochen, sie wuchs mit Papua-Kindermädchen und Kindern auf.

Am 17.03.1913 verließ das Ehepaar Diehl Bogadjim und reiste über Manila und Hongkong, wo sie einen Zwischenaufenthalt in Taipeng bei Friedrich Diehl, dem Bruder, machten, und Singapur, Colombo, Aden, den Suezkanal, Neapel und Genua. Von dort ging es mit der Bahn über Zürich nach Tübingen ins Tropeninstitut, dort hielten sie sich vom 30. Mai bis zum 14. Juni auf wegen Fieber. Missionar Helmich und Bruder Delboi ‎(aus Ehringshausen)‎ holten sie in Barmen ab.
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Quelle: ­http­://­www­.­ehringshausen­.­de­/­uploads­/­media­/­Missionare_und_Missionarsfrauen_aus_Ehringshausen_in_aller_Welt­.­pdf­
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Weitere Einzelheiten über das Leben von Johanna Bleidorn verh. Diehl sind zu finden in dem Buch "Die Tagebücher der Johanna Diehl", Harrassowitz Verlag, 2005. Klappentext: "Johanna Diehl ‎(1881-1946)‎, aus einem abgelegenen Dorf im Siegerland stam­mend, wurde von der Rheinischen Mission in Barmen am Anfang des 20. Jahrhunderts nach Neuguinea in die Astrolabebucht gesandt. Sie sollte dort den ihr unbekannten Missionar Wilhelm Diehl heiraten, der 1904 seine erste, an Schwarzwasserfieber erkrankte Frau verloren hatte. Johanna Diehls Tagebücher ‎(1907-1913)‎ berichten auf eindrucksvolle Weise, wie sie dennoch den nicht gerade einfachen kolonialen Alltag im wilhelminischen Neuguinea meisterte. Der Leser begleitet sie auf ihrem Werdegang hin zur verläßlichen Gefährtin ihres Mannes, die sich auch als Vertraute der melanesischen Frauen ihres Wirkungsfeldes unentbehr­lich macht. In einem Anhang wird das tragische Schicksal des Melanesiers Takari geschildert, den Johanna und ihr Mann mit nach Deutschland nahmen und der dort 1917 starb."
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Leseprobe: ­http­://­gaebler­.­info­/­lesen­/­diehl­.­htm­

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Quellen
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Diehl FamilieDiehl Familie  ‎(M670)‎

Einzelheiten verbergen Bemerkung: hinten:Wilhelmine + Friedrich und Wilhelm + Johanna Diehl; vorne das Kind Hanni 1913 in China


Einzelheiten verbergen Bemerkung: hinten:Wilhelmine + Friedrich und Wilhelm + Johanna Diehl; vorne das Kind Hanni 1913 in China


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Diehl FamilieDiehl Familie  ‎(M669)‎

Einzelheiten verbergen Bemerkung: 14.07.1912 in Walega
Hinten die Herren Paul Mayer, Felix Gronau und Friedrich Tenzer, Angestellte der Neu­guinea-Kompagnie sowie ganz rechts Missionar Georg Eiffert. Vorne Johanna Diehl geb. Bleidorn, Tochter Hanni und Johannes Bleidorn.


Einzelheiten verbergen Bemerkung: Besuch am 14.07.1912 in Walega:
Hinten die Herren Paul Mayer, Felix Gronau und Friedrich Tenzer, Angestellte der Neu­guinea-Kompagnie sowie ganz rechts Missionar Georg Eiffert. Vorne Johanna Diehl geb. Bleidorn, Tochter Hanni und Johannes Bleidorn.


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Diehl FamilieDiehl Familie  ‎(M668)‎

Bemerkung: Walega 1912

Bemerkung: Walega 1912

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Diehl, Johanna und WilhelmDiehl, Johanna und Wilhelm  ‎(M672)‎

Einzelheiten verbergen Bemerkung: Missionsehepaar Diehl mit einheimischen Personal um 1908


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Familiendaten als Kind
Vater
#1
Johanna Bleidorn ‎(I5064)‎
Geburt 19. März 1881 Dorsten
Tod 18. Dezember 1946 ‎(Alter 65)‎ Wuppertal
Familie mit Wilhelm Diehl
Ehemann
Wilhelm Diehl ‎(I5063)‎
Geburt 15. Februar 1874 35 36 Ehringshausen
Tod 12. Januar 1940 ‎(Alter 65)‎ Wuppertal
7 Jahre

 
Johanna Bleidorn ‎(I5064)‎
Geburt 19. März 1881 Dorsten
Tod 18. Dezember 1946 ‎(Alter 65)‎ Wuppertal

Heirat: 9. Juli 1907 -- Friedrich-Wilhelmshafen, Neuguinea
10 Monate
#1
Tochter
Johanna-Ida Diehl ‎(I5065)‎
Geburt 12. Mai 1908 34 27 Bogadjim
Tod 9. Oktober 2000 ‎(Alter 92)‎ Ehringshausen
8 Jahre
#2
Sohn
Wilhelm Diehl ‎(I5751)‎
Geburt 20. April 1916 42 35 Aßlar
Tod 18. August 2003 ‎(Alter 87)‎ Hattingen
7 Jahre
#3
Sohn
Paul-Gerhard Diehl ‎(I5752)‎
Geburt 24. Juni 1923 49 42 Wuppertal