
| Die Sprache von Sándor Márai im dem Buch "Die Glut" hat mich beeindruckt; dies ist das richtige Buch für die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr - mehr noch für das Bilanzieren von einem halben Jahrhundert meines Lebens. |

| Das krimiähnliche Sachbuch Der Mann, der die Wörter liebte von Simon Winchester erzählt die Entstehung des "Oxford English Dictionary", dessen fleißigster Mitarbeiter ein in lebenslanger Haft sitzender Mörder war. |
| In dem Buch "Das Schweigen des Meeres" von Vercors nimmt ein deutscher Offizier während der Besatzung in Frankreich bei einem alten Mann und seiner jungen Nichte Quartier. Während der Deutsche allabendlich seine große Verehrung für die französische Kultur kundtut und über die deutsch - französische Zukunft monologisiert, schweigen seine Quartiersgeber - wie das Meer. Bei einem kurzen Besuch in Paris wird dem Offizier der Zynismus der Politik Hitlers offenbar, und völlig desillusioniert beschließt er, sich an die Ostront zu melden. Die beeindruckende Erzählung wird ergänzt durch ein Essay von Ludwig Harig aus der Nachkriegszeit in Frankreich. |

| Die Bilddokumente "Wider den Krieg" von 1935 bis 1995 von Helmut Hoffmann in dem Buch nachbelichtet sprechen für sich. |

| Ich liebe die Bücher von David Guterson. Das Buch Östlich der Berge beeindruckt mich wieder durch seine Sprache. Seine Naturschilderungen z.B. die Einsamkeit bei der Jagd, der Geruch der Apfelplantagen, das alles sind unvergessliche Passagen seines Romans. |

| In der Morgenlandfahrt von Hermann Hesse habe ich u.a. angestrichen: ...Vielleicht hat der Mensch nächst dem Hunger nach Erlebnis keinen stärkeren Hunger als den nach Vergessen..." |

| Meiner jüngsten Kollegin in der Schule, Susanne Rosskamp, danke ich für die Lektüre des Buches "Der wiedergefundene Freund" von Fred Uhlmann. Drei Jahre habe ich in Stuttgart, dem Ort der Handlung, gelebt. |

| Mir gefällt die analytische Beschreibung der intensiven Liebe von Connie Palmen zu "I.M."! |

| Den beklemmende Roman "Der Vorleser" von Bernhard Schlink habe ich von einer meiner Töchter zu Weihnachten geschenkt bekommen. Er war bis zu den Herbstferien unter der Musikanlage versteckt. Das Buch, dass von den Verstrickungen der Nazizeit und der Unfähigkeit der Aufarbeitung in der Nachkriegszeit berichtet, hat mich seltsam berührt. |

| "Fremd im eigenen Land" ist für mich ein wichtiges Buch von Annette Simon, da es mir hilft besser zu verstehen, warum der Prozeß der Wiedervereinigung seine Zeit braucht. Ein weiterer Beitrag von Annette Simon "Unsere bösen Kinder" zu den Ursachen der Gewalt im Osten der Republik, hilft auch uns Wessis besser zu verstehen, warum die Ossis und wir Wessis Zivilcourage bitter nötig haben, wenn unsere Gesellschaft nicht auseinanderbrechen soll. |

| Hildegard Hamm-Brücher, die große alte Dame des Liberalismus, erinnert an die für sie wegweisenden politischen Erfahrungen der "Weißen Rose". Gedächtnisvorlesung von Bundespräsident Rau zum 60. Jahrestages der Hinrichtung der Mitglieder der "Weißen Rose am 30.01.03 (94 KB) |

| "Wilde Schwäne" ist ein Buch über die Geschichte Chinas. Jung Chang beschreibt in diesem Buch die Geschichte ihrer Familie von der Kaiserzeit bis Heute. Was habe ich schon über Maos Zeit in China gewusst. Erst heute kann ich erahnen, was mir über Jahrzehnte verborgen geblieben ist. |

| Das Buch "Besessen" von Antonia S. Byatt ist eine Reise zurück ins viktorianische Zeitalter, eine spannende Detektivgeschichte und ein Liebesroman, 600 Seiten stark. Ich musste schon Zeit haben, aber dann wurde ich reich belohnt. |

| Das Buch Der Liebesroman "Animal Triste" von Monika Maron vor der Kulisse des sich vereinigenden Berlins. Die Erzählerin, eine ältere Ost-Berlinerin erinnert sich ihrer verlorenen Liebe und ihres verlorenen Liebhabers. Diese Liebe wurde erst möglich durch den Fall der Mauer, die Freiheit war die Voraussetzung für ihr Glück, das allerdings am Ende radikal scheitert. |

| Der "Spiegelkanon" von Paolo Maurensig erzählt von einem österreichischen Aristrokraten, der eine alte Violine von unschätzbaren Wert ersteigert und damit per Zufall einem Kapitel seiner Familiengeschichte auf die Spur kommt. |

| Das Buch "Ankommen in der Fremde" oder "Lost in Translation" von Eva Hoffmann zeigt das Wesen der Erfahrung des Exils, die innere Erfahrung der Emigration einer Frau die aus Polen in die USA kommt. Das Buch lässt mich besser verstehen, wie es meiner Schwester Ulrike in den 50er Jahren in den USA ergangen ist. |